ENSURE 2

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FCN im Kopernikus-Projekt „ENSURE 2 − Neue EnergieNetzStruktURen für die Energiewende – Phase 2“

Die Energiewende erfordert viele Anpassungen und teilweise auch ein vollständiges Neudenken der Energieinfrastruktur. Das Kopernikusprojekt ENSURE untersucht dabei über drei Phasen neue Lösungsansätze und demonstriert die Realisierbarkeit in einem Modellprojekt, dem sogenannten Energiekosmos. Die Besonderheit an ENSURE ist, dass die Ansätze nicht nur rein technisch, sondern möglichst ganzheitlich unter Berücksichtigung von sozialen und ökonomischen Aspekten, sowohl von Akteuren aus der Wirtschaft wie auch von solchen aus der Forschung, betrachtet werden sollen.

In der gegenwärtigen, zweiten Phase untersucht das FCN dabei mehrere Fragestellungen. Zunächst wurden in Phase 1 Flexibilität, bspw. beim Einsatz von Wärmepumpen oder dem Laden von Elektrofahrzeugen, als wichtiges Element zur Netzentlastung identifiziert. Darauf aufbauend wird in Phase 2 nun untersucht, unter welchen Rahmenbedingungen private Haushalte bereit wären, Ihren Wärmepumpen- bzw. Ladebetrieb durch einen externen Dienstleister anpassen zu lassen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass es unterschiedliche Kundengruppen gibt. Einige Kunden möchten grundsätzlich nicht durch Eingriffe in das Betriebsverhalten belästigt werden, während andere sich dies durchaus gegen überschaubare Reduktionen der Energiekosten vorstellen können. Besonders wichtig im letzteren Fall scheint eine gute Nachvollziehbarkeit, bspw. durch eine App, und die Möglichkeit zu einer Beeinflussung des Ladevorgangs, bspw. durch einen „Sofort-Laden“ Knopf.

Zum zweiten wird die technologische Diffusion von Technologien der Energiewende untersucht. Dabei steht im Fokus, welche Hürden bspw. einer rascheren Verbreitung von Smart-Grid Anwendungen im Wege stehen oder welche Förderungen eine Verbreitung von Elektrofahrzeugen bestmöglich unterstützen.

Weiterhin erfolgt eine makroökonomische Bewertung verschiedener Szenarien der Energiewende. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, ob für eine Gemeinde oder Region ggf. andere Energiewendepfade ökonomisch optimal sind, als für die gesamte Gesellschaft. Dies könnte bspw. der Fall sein, wenn eine besonders dezentrale Ausgestaltung der Energiewende zwar gesamtgesellschaftlich etwas höhere Kosten verursacht, dafür aber viele lokale Handwerksbetriebe und Investoren beteiligt werden können, wodurch insb. die lokale Wertschöpfung erheblich gesteigert würde. Hierfür entwickelt das FCN regionalisierte Input-Output Modelle zur Analyse der lokalen Wertschöpfung nachhaltiger Erzeugungstechnologien.

Zuletzt erfolgt ein Vergleich von batterieelektrischer mit wasserstoffbasierter Mobilität. Dabei werden akzeptanzseitige, ökonomische und ökologische Aspekte berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt natürlich auf den Energienetzen mit der Frage, ob ein Wasserstoffnetz bei hoher Auslastung günstiger sein könnte als Erweiterungen am Stromnetz, um den zusätzlichen Energiebedarf für die Mobilität bereitzustellen.

Ausgebrachte Publikationen:

  • Wohlan L., Madlener R., Specht J.M. (2021). A Real Options Analysis of the Siting and Cost-Efficient Layout of Charging Infrastructure for Fuel Cell and Battery Electric Vehicles, FCN Working Paper No. 15/2021, Institute for Future Energy Consumer Needs and Behavior, RWTH Aachen University, December.
  • Specht J.M., Fabianek P., Madlener R. (2022). Vergleich von Wasserstoff- und Elektromobilität: Technische, ökonomische, soziale und ökologische Aspekte, Institute for Future Energy Consumer Needs and Behavior, RWTH Aachen University, September. [pdf, 1,910 kB]